Wintersemester 2009

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Wegbeschreibung: Anfahrt Vorträge

Neue Energie für die Seefahrt

22. Oktober 2009

Falko Fritz, SkySails GmbH

Auch als das effizienteste Transportmittel emittieren Schiffe ca. 3 % des globalen CO2. Immer striktere Auflagen und der in 20 Jahren um 10 % pro Jahr gestiegene Ölpreis erhöhen den Kostendruck; Experten rechnen bereits 2030 mit dauerhaft über 200 Dollar pro Barrel. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen sich Reedereien diesen Herausforderungen stellen und heute in alternative, umweltfreundliche Antriebstechnologien investieren. Wind war für Jahrhunderte die einzige Energiequelle auf See, doch konnte bisher kein Segelsystem den Anforderungen der modernen Schifffahrt genügen. SkySails bietet das einzige Windantriebssystem an, das dies leisten kann. Der Vortrag berichtet von der Piloterprobung des SkySails-Systems auf dem MS „Michael A.“ und dem MS „Beluga SkySails“, den erzielten, überraschend hohen Einspareffekten und wie diese Erkenntnisse genutzt werden.

Offshore-Windenergie

12. November 2009

Prof. Dr. Peter Schaumann, Institut für Stahlbau, Leibniz Universität Hannover/ForWind-Institut, und Prof. Dr.-Ing. habil. Lutz Hofmann, Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik, Fachgebiet Elektrische Energieversorgung

In den Ausbau der Windenergie in Nord- und Ostsee werden hohe Erwartungen gesetzt: bis 2020 sollen 20.000 MW installiert sein – das entspricht 80 % der heutigen Kapazität an Land. Viele technische Herausforderungen sind bis dahin zu bewältigen, angesichts rauer Wetterverhältnisse, Salzwasser und Wassertiefen bis zu 200 m. Auch die aufwändige Netzanbindung zum deutschen Festland ist nicht alltäglich. Der Vortrag beleuchtet Lösungen, die in Hannover am interdisziplinären Institut ForWind entwickelt werden.

Regenerative Modellregion Harz

19. November 2009 Model

Dipl.-Ing. Markus Speckmann, ISET/Uni Kassel

Die „RegModHarz – Regenerative Modellregion Harz“ ist eines von sechs Modellprojekten, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Rahmen der E-Energy-Initiative fördern. Ziel ist, die Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit der Energieversorgung zu steigern bei wachsender regenerativer
Stromerzeugung in der Modellregion Harz. Dazu haben sich 19 regionale und nationale Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammengeschlossen. Das Gesamtsystem der Elektrizitätsversorgung wird durch Informations- und Kommunikationstechnologien optimiert – von der Erzeugung über Transport und Verteilung bis hin zum Verbrauch. Kernelement ist die Entwicklung eines virtuellen, regenerativen Kraftwerks im Landkreis Harz. Im Vortrag stellt Herr Speckmann das Projekt vor, dessen Ziele und den aktuellen Bearbeitungsstand.

Streitpunkt Kernenergie

3. Dezember 2009

Christoph Pistner, Öko-Institut e. V. Darmstadt, Reaktor-Sicherheitskommission

Angesichts von Klimawandel und Ressourcenknappheit gibt es weltweit eine neue Diskussion um die Zukunft der Kernenergie: Kann Atomkraft fossile Energieträger ersetzen und CO2-Emissionen einsparen? Stehen wir vor einer Renaissance der Kernenergie? Der Vortrag stellt den heutigen Stand der Kernenergienutzung dar und geht auf Probleme möglicher Ausbauszenarien ein. Dabei spielen Fragen der kerntechnischen Sicherheit, der Wirtschaftlichkeit, aber auch der Umgang mit militärischem Nuklear-Know-how (Non-Proliferation) eine zentrale Rolle.

Batterie-Technologie

Wolfgang Braun, Sales Manager Business Unit Hybrid Vehicle, Continental Automotive Systems Division

Elektrofahrzeuge blicken auf über 100 Jahre Geschichte zurück. Der elektrische Antrieb für Kfz wurde schon früh entwickelt. 1842 experimentierten Robert Davidson, ein Schotte, und der Amerikaner Thomas Davenport mit Elektrowagen und benutzten Batterien, die man aber nicht wieder aufladen konnte. Die Verbesserung der Akkumulatoren führte zu breiteren Einsatzmöglichkeiten für E-Kfz. Sie boten damals vor allem den Vorteil der Sauberkeit gegenüber Benzinmotor oder Dampfantrieb. Durch die Kultivierung des Verbrennungsmotors und zwischen 1912 und 1915 die Einführung der Anlasserbatterie – wodurch das lästige Ankurbeln entfiel – boten Elektroautos nicht mehr so viele Anreize zum Kauf. Die Leistung der Benziner übertraf diejenige von Elektrofahrzeugen bei weitem. Die Batterie, getrieben durch andere Anwendungsbereiche, entwickelte sich ständig weiter. Erst ab 1990 aber lassen mehrere Hersteller erkennen, marktfähige Elektrofahrzeuge ernsthaft bauen zu wollen. Hohe Leistungsfähigkeit bei niedrigen Kosten ist vorgegeben, die Fortschritte sind beachtlich. Auch wenn der Energieinhalt (die Reichweite) immer noch eine größere Herausforderung darstellt, werden in den nächsten zwei Jahren die ersten E-Kfz in
den Verkaufsräumen namhafter Hersteller stehen.

Ressourceneffizienz

21. Januar 2010

Dr. Harry Lehmann, Umweltbundesamt

Natürliche Ressourcen – wie die erneuerbaren und die nicht erneuerbaren Rohstoffe, das Wasser und der Boden – bilden eine wichtige Grundlage unseres Wirtschaftens und unseres Wohlstands. Die Gewinnung und Nutzung von Ressourcen geht stets mit Flächen-, Material- und Energieverbrauch, Stoffverlagerungen sowie Schadstoffemissionen einher. Der weltweit zunehmende Verbrauch der natürlichen Ressourcen gefährdet die Ökosysteme und lässt verheerende soziale Folgen befürchten. Gerade die aktuelle Wirtschaftskrise zeigt, wie schnell eine Wirtschaft, die allein auf Wachstumserwartungen baut, den Boden unter den Füßen verlieren kann. Mit einer erheblichen Steigerung der Ressourceneffi zienz und mit der Schließung der Stoffkreisläufe können wir Konfl ikte und Katastrophen verhindern. Aus diesem Grund ist ein Umdenken in der Industrie, in der Politik und in der Gesellschaft dringend nötig.

Meerwasser – Entsalzung – Süßwasser.

Technik – Entwicklung – Märkte – Ausbildung

4. Februar 2010 Wasser

Claus Mertes, Deutsche Meerwasserentsalzung e. V.

Mehr als eine Milliarde Menschen – darunter 425 Mio. Kinder – haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, besonders in Asien und Afrika. Die Meerwasserentsalzung spielt eine zunehmend wichtigere Rolle bei der Lösung dieses Problems. Der enorme Energieverbrauch der Anlagen in den Anfangsjahren konnte gesenkt werden, neue Technologien sind gefunden. Der Vortrag wird einen Überblick zum Stand der Technik liefern und die weitere Entwicklung skizzieren. Insbesondere wird auf die mögliche Nutzung regenerativer Energien bei der Trinkwassergewinnung eingegangen. Der Referent Claus Mertes war Vorstandsvorsitzender vom Verein Deutsche Meerwasserentsalzung (DME) und ist jetzt Geschäftsführer der DME GmbH. Der DME setzt sich dafür ein, das in Deutschland vorhandene Know-how und die Interessen von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu bündeln und eine Plattform für Erfahrungsaustausch und Weiterbildung zum Thema Meerwasserentsalzung zu schaffen.

 
 

Arbeitskreis Regenerative Energien
an der Leibniz Universität Hannover

Letzte Änderung:
12.07.2015


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