Wintersemester 2010

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Wegbeschreibung: Anfahrt Vorträge

Reduzierung von CO2-Emissionen bei der Stromerzeugung

11. November 2010

Dr. Helmut Rode, E.ON New Build & Technology GmbH, CCS Co-ordination Group, Gelsenkirchen

Die weitreichenden Ressourcen fossiler Brennstoffe und die weltweit immer noch zunehmende Nutzung dieser Primärenergiequelle legen nahe, dass fossile Energieträger weiterhin einen großen Beitrag zur weltweiten Energieversorgung leisten werden. Um diese absehbare Entwicklung mit den globalen Klimaschutzzielen vereinbaren zu können, erscheint der Einsatz von CCS-Technologien (Carbon Capture and Storage) obligatorisch. D. h. Abtrennung von CO2 aus Kraftwerken zur Vermeidung der Abgabe dieses Treibhausgases an die Atmosphäre, z. B. durch Einspeicherung in porösem Tiefengestein.

Der Vortrag liefert einen Beitrag zur Diskussion von CCS. Der aktuelle Kenntnisstand
wird ebenso dargestellt wie die noch zu lösenden Herausforderungen bei der Anwendung in der Kraftwerkstechnik. Auch auf Fragen der Wirtschaftlichkeit wird eingegangen. Der Referent freut sich zudem auf eine offene Diskussion aller Aspekte von CCS.

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Der Europäische Emissionshandel im Reality Check

25. November 2010

Christoph Linden, Leiter des Fachgebiets E 1.3 Kommunikation/Kundenservice, Umweltbundesamt, Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt)

Die Europäische Union (EU) hat sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, 8% weniger Treibhausgasemissionen bis 2012 gegenüber 1990 auszustoßen. Der Emissionshandel auf Unternehmensebene ist das Hauptinstrument der EU, um dieses Reduktionsziel zu erreichen. Teilnehmer sind derzeit die Betreiber von großen Energieanlagen sowie energieintensiven Industrieanlagen.

Wie funktioniert der Europäische Emissionshandel, was bedeutet „Cap & Trade“ und welche Rolle wird der Emissionshandel bei den Klimaverhandlungen in Cancún spielen? Neben diesen Fragen wird Christoph Linden einen Ausblick auf die geplanten Weiterentwicklungen geben und dieses marktwirtschaftliche Instrument in die aktuelle Klimapolitik auf nationaler und internationaler Ebene einordnen.

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Plus-Energie-Haus

9. Dezember 2010

Prof. Dipl.-Ing. M. Sc. Econ. Manfred Hegger, Technische Universität Darmstadt, Institut Entwerfen und energieeffizientes Bauen

Die aktuelle EU-Gebäuderichtlinie schreibt vor, dass ab 2020 nur noch sogenannte „Fast-Nullenergie-Gebäude“ errichtet werden dürfen. Dass es bereits heute möglich ist, Plus-Energie-Häuser zu bauen, beweisen die prämierten Häuser des Teams der TU Darmstadt um Prof. Hegger. Die Häuser erzeugen mehr Energie als in ihrer Nutzung benötigt wird. Auf welche Weise dies mit marktexistenten Mitteln realisierbar ist, wird in dem Vortrag erläutert. Dass bei dem energieeffizienten Bauen die Baukultur, Wirtschaftlichkeit und die Bewohnerwünsche Berücksichtigung finden müssen, ist eine Selbstverständlichkeit. Dies verlangt jedoch veränderte bauliche Konzepte, für deren Umsetzung auch neue Formen der Kooperation von Planenden und Handelnden gefragt sind.

Das Plus-Energie-Haus in Hannover: www.peh-hannover.de

Das DESERTEC-Konzept

13. Januar 2011

Dr.-Ing. Hani El Nokraschy, Stellvertretender Aufsichtsratvorsitzender der DESERTEC Foundation

Bevölkerungswachstum und zunehmende Industrialisierung lassen weltweit den Energiebedarf rasant ansteigen. Gleichzeitig muss der globale CO2-Ausstoß drastisch reduziert werden, um einen katastrophalen Klimawandel zu vermeiden.

In den Wüsten der Erde kann genügend sauberer Strom erzeugt werden, um die Menschheit nachhaltig zu versorgen. DESERTEC ist ein ganzheitliches Konzept, bei dem es neben Energiesicherheit und Klimaschutz auch um Trinkwassergewinnung, sozio-ökonomische Entwicklung, Sicherheitspolitik und internationale Zusammenarbeit
geht. Die Schlüsseltechnologien für die Produktion und Fernübertragung von sauberem Wüstenstrom sind bereits seit Jahren erfolgreich im Einsatz.

In der Mittelmeer-Region wurde bereits einiges bewegt. Zusammen mit Partnern aus der Industrie- und Finanzwelt wurde 2009 die Industrieinitiative Dii GmbH gegründet. Deren Aufgabe ist die Beschleunigung der Umsetzung des DESERTEC-Konzeptes in der Fokusregion EU-MENA. Langfristiges Ziel bis 2050 ist einen erheblichen Anteil des wachsenden Energiebedarfs der MENA-Länder und darüber hinaus auch rund 15 % des europäischen Strombedarfs mit sauberem Wüstenstrom zu decken.

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Klimawissenschaft, das IPCC, Postnormalität und die Vertrauenskrise

20. Januar 2011

Prof. Dr. Hans von Storch, Institut für Küstenforschung, GKSS Forschungszentrum, Geesthacht und Klima-Campus, Universität Hamburg

Die Klimaforschung und ihr Flaggschiff, das IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), sind in schwierigem Fahrwasser. Ihre Autorität ist herausgefordert durch Alarmisten, die dem robusten und allgemein anerkannten Wissenskern dramatisierende Zusätze hinzufügen, und auf der anderen Seite durch Skeptiker, die den Wissenskern als Ganzes oder in wesentlichen Teilen in Frage stellen. Die Ereignisse zur Jahreswende 2009/2010 (ClimateGate, Scheitern von COP-15; Fehler im IPCC-Bericht) bewirkten einen Vertrauensverlust für die Klimaforschung, der in Anbetracht der „postnormalen“ Situation nicht erstaunen kann. Um das Vertrauen wieder herzustellen, muss diese postnormale Situation berücksichtigt werden. Dazu müssen Klimaservices angeboten und die Abmachung zwischen Gesellschaft und Klimawissenschaft erneuert werden. Regionale Bottom-Up Ansätze müssen die globalen Bemühungen des IPCC begleiten.

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Energiekonzept für Deutschland

10. Februar 2011

PD Dr. Lindenberger, Direktor Anwendungsforschung und Mitglied der Geschäftsleitung, Energiewirtschaftliches Institut (EWI), Universität Köln

Das Ziel unseren Energiebedarf langfristig aus nicht-fossilen Quellen zu decken, steht außer Frage bzw. gewinnt aus Gründen der Ressourcenknappheit und des Klimaschutzes an Bedeutung. Doch bis wann ist eine Versorgung überwiegend aus erneuerbaren Energien realistisch umsetzbar und unter welchen Rahmenbedingungen? Welche Rolle könnten Energieeinsparung, Kernenergienutzung oder CO2-Rückhaltung und Speicherung im europäischen Strombinnenmarkt spielen, und welche Marktmechanismen sind bei der Förderung der erneuerbaren Energien von Bedeutung?

Die Bundesregierung hat neben dem Energiewirtschaftlichen Institut (EWI) der Universität Köln zwei weitere Institute zur Entwicklung von Energieszenarien als Grundlage für das Energiekonzept der Bundesregierung beauftragt. Herr PD Dr. Lindenberger wird auf der Basis dieser Szenarien den genannten Fragen nachgehen und mögliche Entwicklungen aus der Perspektive der Energiemärkte diskutieren.

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Arbeitskreis Regenerative Energien
an der Leibniz Universität Hannover

Letzte Änderung:
12.07.2015


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